Wie funktioniert das Kartenlegen mit Tarot als geistig kreativer Prozess?

Der Diplom-Psychologe Bernhard Sommer-Teckenburg erklärte Ende 2009 auf einem Tarotkongress in Hamburg während seines Vortrages Psychologische Klärungshilfe mit Tarot anschaulich, wie die Deutung der Tarotkarten funktioniert.

Während seines Vortrages forderte er die Zuhörer zuerst auf, herauszufinden, was auf Bildern dargestellt wurde.

Danach zeigte er den Zuhörern Bildern von Gegenständen, die unvollständig abgebildet waren. Zum Beispiel fehlten einem Würfel einige Seiten oder einer Blume einige ihrer Blütenblätter.

Obwohl die Gegenstände unvollständig abgebildet waren, konnten die Zuhörer dennoch erkennen, welche Gegenstände auf den Bildern abgebildet waren.

Wie ist es möglich, dass Menschen Gegenstände erkennen, obwohl sie nicht vollständig dargestellt werden?

Herr Sommer-Teckenburg erklärte dies folgendermaßen:

Zuerst erhält das Gehirn der Zuhörer den Auftrag: Erkenne auf den Bildern die unvollständig dargestellten Gegenstände!

Dann sehen die Zuhörer die Bilder.

Das Gehirn gleicht in Bruchteil einer Sekunde die wahrgenommenen Bilder der unvollständig dargestellten Gegenstände mit Bildern in den Erinnerungen ab, um die Gegenstände zu identifizieren.

Findet das Gehirn dann ein ähnliches Bild, dann sendet es einen Impuls, der dem Menschen übermittelt, dass der Gegenstand beispielsweise ein Würfel sein könnte.

In ähnlicher Weise funktioniert das Kartenlegen mit Tarot als geistig kreativer Prozess.

Beispielsweise wollen Sie mithilfe des Kartenlegens mit Tarot Ihre Beziehung zu Ihrer Kollegin beleuchten.

Zuerst stellen Sie die Frage, zum Beispiel: Was kann ich tun, damit das Verhältnis zu meiner Kollegin entspannter wird?

Ihr Gehirn steht dann sofort in den Startlöchern, um zu versuchen, die Frage mithilfe der Tarotkarten für Sie zu beantworten.

Daraufhin ziehen Sie Tarotkarten verdeckt aus dem Kartenstapel. Auf bestimmten Legepositionen des gewählten Legesystems kommen die gezogenen Tarotkarten zum Liegen.

Drehen Sie nun eine Tarotkarte um, die beispielsweise auf der Legeposition liegt: Das ist die Ursache für das negative Verhältnis zur Kollegin!, versucht Ihr Gehirn zwischen der Fragestellung, der Bezeichnung der Legeposition sowie den Bedeutungen der Tarotkarte eine Verknüpfung herzustellen, um die gestellte Frage zu beantworten.

Während der Suche nach einer Antwort durchforstet Ihr Gehirn Ihr Wissen, das Sie zur jeweiligen Tarotkarte abgespeichert haben. Findet Ihr Gehirn Bedeutungen, dann versucht es diese Bedeutungen mit dem Thema, der Frage und mit der Legeposition in einen Zusammenhang zu bringen, um die Frage zu beantworten bzw. eine Aussage zu treffen.

Findet Ihr Gehirn keine Bedeutungen zur jeweiligen Tarotkarte, weil es momentan nicht auf Ihr Wissen zugreifen kann, dann haben Sie Schwierigkeiten bei der Deutung der Tarotkarte. Denn Sie sind nicht in der Lage, einen Zusammenhang zwischen Thema, Frage und Beantwortung der Frage herzustellen.

Der geistig kreative Prozess beginnt mit der Deutung der Tarotkarten.

Der geistig kreative Prozess des Kartenlegens mit Tarot beginnt in dem Moment, wenn Ihr Gehirn unter Einbindung der Bedeutungen der Tarotkarten versucht, die Frage zu beantworten.

In dem Moment, wenn Sie die Tarotkarten in Ihre Überlegungen einbeziehen, beginnen Sie nämlich nicht mehr in der Art an die Ursachen zu denken, wie Sie es normalerweise tun, sondern beurteilen die Ursachen unter Einbindung der Bedeutungen der Tarotkarten.

Magier_Rahmen_kleinÜben Sie sich in der Kunst zu denken!

Durch Einbindung der Tarotkarten gewinnen Sie neue Sichtweisen.

Durch das Kartenlegen der Tarotkarten werden Sie angeregt, einen neuen Blickwinkel gegenüber den Dingen einzunehmen und Dinge unter einem ganz anderen Licht zu sehen.

Durch die Veränderung Ihrer Sichtweise auf die Dinge erlangen Sie sowohl neue Erkenntnisse, die Sie auf Ihre etwaigen Denkfehler hinweisen oder neue Ideen, wie Sie mit einer Situation auf eine andere Weise umgehen können.

Außerdem lernen Sie durch das Kartenlegen mit Tarot, nicht immer steif und fest in Ihren Standpunkten zu verharren.

Denn Ihre Erfahrung im Umgang mit den Tarotkarten zeigt Ihnen immer wieder, dass es meist mehr Sichtweisen auf die Dinge gibt, als Sie im ersten Moment annehmen mögen.

 

Ihre Andrea Winter-Achtelig
Tarotberaterin bei Nürnberg

 

Üben Sie sich in der Kunst zu denken und seien Sie in Ihrem Kopf und in Ihrem Herzen kreativ.